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NSBM - Gefahr oder Paranoia?

Black Metal ist extrem. Extrem in jeder Hinsicht. Da ist es nicht verwunderlich, das bald ein Thema aufkam mit dem man in Deutschland bereits seit über 50 Jahren ein Problem hat. Denn wohl kaum ein Staatsystem war so extremistisch wie das 3. Reich. Da war es nur logisch, das sich einige Querköpfe dieser Sache annahmen und sie auch in den Black Metal einbrachten. Ausserhalb Deutschlands mag das kein wirkliches Problem sein, doch innerhalb wird stark und kontrovers darüber diskutiert und das nun schon seit einer ganzen Weile.

Ich persönlich bin allerdings der Meinung, das das Problem weithin deutlich überschätzt wird. Liest man sich Artikel zu diesem Thema durch hat man teilweise das Gefühl, hinter jeder Ecke würde eine böse und vor allem rechte Gruppierung lauern, die einen mit ihren idiologischen Texten bekehren will. Liest man sich allerdings mehrere Artikel dieser Art durch bemerkt man schnell das immer die selben Gruppen herangezogen werden. In den Metal-Archives (Link) sind ganze 13.478 Bands verzeichnet die Black Metal oder eine Abart davon spielen (Stand 27.10.2007). Von diesen ganzen Bands sind schätzungsweise vielleicht 100 bis 200 Bands eindeutig als nationalsozialistisch einzustufen. Dies entspräche etwa 1,4 %, wenn man vom geschätzten Höchstwert ausgeht. Wie man sieht ist die Gefahr scheinbar doch nicht so immens wie immer getan wird.

Ich will hier nichts verharmlosen, aber die regelrechte Paranoia die wegen ein paar rechtsgerichteter Bands ausgebrochen ist, nimmt teilweise wunderliche Formen an. So wurde zum Party-San 2007 ein beachtliches Aufgebot an Security dafür verwendet eventuelle Patches, T-Shirts u.ä. nach ggf. rechtsgerichteten Bands zu überprüfen. Dies führte allerdings dazu, das Halbwissen zu Problemen führen konnte. Träger von Patches relativ bekannten Metal-Bands heidnischer Prägung wurden dazu genötigt es doch wenigstens irgendwie zu verdecken, bzw. bei T-Shirts es doch zu wechseln (zum Teil auch noch bei Bands die ein Jahr vorher beim P:O:A aufgetreten sind, was ich besonders bizarr finde), bei eher zweifelhaften bzw. konkret rechten Bands wurden aber häufig durchgelassen. Ich weiss nicht genau was genau da vorgefallen ist, aber die Unmengen an Foreneinträge auf der Party-San-Seite sprechen eine deutliche Sprache. Die Betreiber haben sich glücklicherweise entschuldigt und sich den Fehler eingestanden. Wie nächstes Jahr vorgegangen wird, bleibt abzuwarten.

Fakt ist, wir sind in Deutschland enorm kritisch was etwaige unmenschliche Ideologien angeht. Das ist durchaus richtig so, führt aber wiederrum zu einem anderen Problem: Die kategorische Nicht-Akzeptanz einer Minderheit (in dem Fall die Rechten) macht einen nicht viel anders als die Gruppierung gegen die diese Nicht-Akzeptanz gerichtet ist. Intoleranz gegen Intoleranz bleibt Intoleranz. 

Kommen wir aber nun auf den NSBM zurück. Ich finde ein generelles und weitgreifendes Vorgehen gegen solche Musik grundsätzlich falsch. Wenn man etwas dagegen tun möchte, sollte dies dahingehend geschehen, das sie nicht weiter unterstützt wird. Die Ablehnung von rassistischer oder antisemitischer Ideologie ist absolut in Ordnung und gar unterstützenswert. Der Kampf gegen denselben ist es in meinen Augen nicht.

Inwieweit die NSBM-Szene auf dem Vormarsch ist, ist schwierig abzuschätzen. Da Deutschland das einzige Land ist, welches sich offiziell über das Thema dermaßen den Kopf zerbricht, wird es vor Allem im Ausland gefördert. In anderen Ländern hat man kein Problem damit sich Musik dieser Art anzuhören, aber wir sind ja mal wieder stark vorbelastet. Diese Art Musik sollte nicht groß verankert werden und ich bin auch im übergeordneten Maße dagegen, das Musik Politik beinhaltet.

 

So bleibt abschließend zu sagen: "Gefahr oder Paranoia?" Nun... ein direkte Gefahr sehe ich noch nicht, also bleibt vorerst (!) mal die Paranoia, zumindest in Deutschland. Aber das darauf Aufmerksamkeit gelegt wird und das Thema überhaupt besprochen wird, finde ich gut.

 

 

28.10.07 02:48


Ich liebe!

Ich habe eine neue große Liebe. Nein, es handelt sich nicht um irgendeine Frau, die verschmähen mich wie schon immer. Es ist, wie sollte es anders sein, eine Musikrichtung. Früher hätte ich sie vermutlich links liegen lassen, gemeint sie wäre langweilig, doch nun bin ich darauf aufmerksam geworden und erfreue mich an dieser neuen Art Klangwelt. Es handelt sich um Post-Rock.

Post-Rock zu beschreiben erscheint so schwierig, wie es einfach erscheinen kann. Man nehme an, man packe bedeutende Anteile Atmosphäre und Verspieltheit in einen Topf, krümle noch eine Essenz aus Emotion mit hinein, vergesse dabei aber das Vokale zum Teil völlig und koche es mit etwas Überlänge etwas auf. Das mag jetzt einfach erscheinen als Erklärung, aber das Genre begrenzt sich nicht. Es kann vokales eingebunden werden (wie bspw. bei Sigur Rós kongenialem Album "Ágætis byrjun" wo es einen bedeutenden Teil der Atmosphäre selbst ausmacht [ Youtube-Link ] ). Es kann aber auch von typischem sich ein wenig entfernt werden und symphonische Elemente eingebaut werden. In jedem Fall aber ist es ein Genre, das seine Zuwendung benötigt um verstanden zu werden...

29.10.07 22:53





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